Krawalle in Algerien nach versuchter Selbstverbrennung

Eine versuchte Selbstverbrennung hat gestern in Algerien Krawalle ausgelöst. Eine Gruppe junger Leute randalierte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APS auf den Straßen der 360 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Stadt Jijel, nachdem ein Verkäufer dort versucht hatte, sich selbst zu verbrennen.

Der Mann hatte sich aus Protest gegen den Abriss seines improvisierten Ladens mit Benzin übergossen und angezündet. Er wurde in ein Krankenhaus in Jijel gebracht und dann in eine Spezialklinik in der Stadt Constantine verlegt.

Die wütenden Randalierer schossen mehrere Projektile auf den Sitz der Präfektur und zündeten das regionale Hauptquartier der Regierungspartei Nationale Befreiungsfront (FLN), wo zahlreiche Polizisten im Einsatz waren. Die Jugendlichen plünderten das Büro eines Reiseveranstalters und setzten es in Brand. Außerdem verwüsteten sie parkende Autos. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Randalierern.

Seit Jänner 2011 hatte es in Algerien mehrere Fälle von Selbstanzündungen gegeben. Eine Selbstverbrennung im Dezember 2010 hatte im Nachbarland Tunesien die Revolte ausgelöst, die am 14. Jänner 2011 zum Sturz der Regierung führte.

Publiziert am 30.04.2012