Ahmadinedschad droht nächster politischer Rückschlag
Am Freitag findet im Iran die zweite Runde der Parlamentswahl statt. 65 der 290 Plätze im Madschles (Parlament) sind noch zu vergeben. Schon bei der ersten Runde des Urnengangs hatte sich herauskristallisiert, dass der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine bittere Niederlage einstecken musste. Die ihm nahestehende Partei der „Prinzipientreuen“ erlitt herbe Verluste.
Hardliner auf dem Vormarsch
Klarer Sieger sind die Neokonservativen und Hardliner, die dem obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei nahestehen. Ihr Zugpferd, Parlamentspräsident und Ahmadinedschad-Widersacher Ali Laridschani, konnte in seinem Wahlbezirk Ghom einen fulminanten Wahlsieg erringen.
Die Parlamentswahl ist der erste große Wahlgang seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009, bei der Ahmadinedschad nach offizieller Darstellung wiedergewählt wurde. Danach erlebte der Iran wochenlange Proteste, die von der Führung gewaltsam niedergeschlagen wurden.
Publiziert am 30.04.2012