Sudan weist 12.000 südsudanesische Flüchtlinge aus
Der Sudan hat einem Bericht zufolge die Ausweisung von rund 12.000 südsudanesischen Flüchtlingen verfügt. Die in einem Lager südlich der Hauptstadt Khartum lebenden Menschen müssten das Land binnen einer Woche verlassen, berichtete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur SUNA gestern Abend über eine Anordnung des betreffenden Bundesstaats Weißer Nil.
Zur Begründung hieß es, die in Zelten und scheunenartigen Gebäuden lebenden Flüchtlinge seien eine Gefahr für die Sicherheit der Region um die Stadt Kosti.
Ausreise vorerst für 7.000 sichergestellt
Die Flüchtlinge warten in Kosti schon seit längerem darauf, über den Weißen Nil in den Südsudan ausreisen zu können. Die örtliche Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Jill Helke, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe derzeit ausreichend Mittel, um etwa 7.000 Menschen fristgerecht auf Schiffen in den Südsudan zu bringen. Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass auch den verbleibenden rund 5.000 Flüchtlingen bis zum 5. Mai die Ausreise ermöglicht werden könne.
Der Sudan und der Südsudan hatten einander in den vergangenen Wochen schwere Gefechte an ihrer gemeinsamen Grenze geliefert. Besonders heftig wurde um das Ölfeld Heglig gekämpft, das zum Norden gehört, Anfang April aber kurzzeitig vom Süden besetzt wurde. Der Südsudan geht davon aus, dass sich nach seiner Unabhängigkeit im Juli 2011 derzeit noch etwa 350.000 flüchtige Landsleute im Sudan aufhalten. Ihnen war von den dortigen Behörden aufgetragen worden, bis zum 8. April entweder das Land zu verlassen oder sich offiziell zu registrieren.
Publiziert am 30.04.2012