Fährunglück in Indien fordert über 100 Menschenleben

Im Nordosten Indiens ist eine Fähre mit rund 300 Menschen an Bord auf dem Brahmaputra gesunken, über 100 Passagiere seien dabei ums Leben gekommen. Das Schiff sei heute bei einem Sturm mitten auf dem reißenden Strom im nordöstlichen Bundesstaat Assam in zwei Teile zerbrochen, teilte die Polizei mit. Rund 100 Passagiere seien gerettet worden, über die verbleibenden 100 besteht noch Unklarheit.

Nach Polizeiangaben war die Fähre unterwegs vom Bezirk Dhubri zum Bezirk Fakirganjan auf der gegenüberliegenden Uferseite. Dhubri liegt rund 300 Kilometer flussabwärts von Guwahati, der größten Stadt in Assam. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP, er habe gesehen, wie nach dem Unglück Passagiere von dem Strom fortgerissen wurden, da die Strömung sehr stark gewesen sei. Unter den Passagieren seien auch zahlreiche Frauen und Kinder gewesen.

Schlechte Sicht

Assams Regierungschef Tarun Gogoi sagte, es seien Soldaten und Grenzschützer mit motorisierten Booten an die Unglücksstelle entsandt worden, doch der Einbruch der Dunkelheit und das schlechte Wetter behinderten die Rettungsarbeiten. Die Fähre sei alt und überladen gewesen. An Bord befanden sich offenbar weder Rettungsboote noch Schwimmwesten.

Indiens Premierminister Manmohan Singh äußerte sich „bestürzt“ über die Tragödie und sagte volle Unterstützung der Bundesregierung für Assam zu und versprach finanzielle Hilfen für die Angehörigen der Opfer.

Publiziert am 30.04.2012