Sudan-Südsudan-Konflikt: Russland denkt UNO-Sanktionen an

Der UNO-Sicherheitsrat könnte nach Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow Sanktionen gegen den Sudan und den Südsudan beschließen. Sollten beide Seiten ihre Kampfhandlungen nicht einstellen, seien zusätzliche Maßnahmen wie wirtschaftliche Sanktionen denkbar, wie sie in einem von den USA eingebrachten Resolutionsentwurf vorgesehen seien, sagte Lawrow gestern nach Gesprächen mit seinem sudanesischen Amtskollegen Ali Karti in Moskau.

Der Sudan habe jedoch signalisiert, eine UNO-Resolution vom 12. April respektieren zu wollen, die einen sofortigen Waffenstillstand vorsieht. Lawrow betonte, die Sanktionen seien nur dann eine Option, wenn die bereits verabschiedete UNO-Resolution nicht respektiert werde.

Kampf um Grenzregion

Die Streitkräfte von Sudan und Südsudan liefern sich seit Ende März Kämpfe in der Grenzregion, insbesondere rund um das Ölfeld Heglig. Vor einem 2005 von der UNO verhängten Waffenembargo lieferte das ständige UNO-Sicherheitsratsmitglied Russland angesichts des Konflikts in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur Waffen an den Sudan. Moskau verfolgt zudem Interessen im Ölsektor des Landes.

Publiziert am 30.04.2012