Hungerstreikende Timoschenko zusehends „geschwächt“
Die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko ist nach anderthalb Wochen Hungerstreik zusehends geschwächt. Ihre Mutter sei „sehr geschwächt“ und in schlechter Verfassung, sagte Timoschenkos Tochter Jewgenia am Wochenende in Prag. Im Ausland mehrten sich die sorgenvollen Stimmen, während die Debatte über einen Boykott der Fußball-EM-Spiele in der Ukraine anhielt.
Der Zustand ihrer Mutter verschlechtere sich, sagte Jewgenia Timoschenko. „Wir haben keine Zeit mehr.“ Die 32-Jährige begrüßte den angekündigten Boykott des Treffens mitteleuropäischer Staatschefs Mitte Mai im ukrainischen Jalta durch mindestens fünf EU-Staatschefs. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte heute, die USA seien „zutiefst besorgt“ über den Umgang mit Timoschenko und anderen inhaftierten Mitgliedern ihrer früheren Regierung.
Angesichts von immer mehr angekündigten oder überlegten Besuchsboykotts der kommenden Fußball-EM-Spiele in der Ukraine betonte der Europäische Fußballverband (UEFA) sein Festhalten an der Ukraine als Austragungsort. Zuvor hatten sich mehrere Politiker, vor allem aus Deutschland, für eine alleinige Ausrichtung der Europameisterschaft durch Polen ausgesprochen oder eine Verlegung überlegt - wobei auch Österreich ins Spiel gebracht worden war.
Mehr dazu in Debatte über Verlegung der EM
Publiziert am 01.05.2012