Dissident Cheng bittet US-Kongress um Hilfe
Der chinesische Bürgerrechtsaktivist Chen Guangcheng hat den US-Kongress in einem Telefonat persönlich um Unterstützung gebeten. „Ich möchte Ministerin (Hillary, Anm.) Clinton treffen und hoffe, dass ich weitere Hilfe von ihr bekommen kann“, sagte Chen gestern in einem Gespräch mit Chris Smith während einer Ausschusssitzung zu China im Repräsentantenhaus, die der Abgeordnete leitete.
Clinton hält sich derzeit zu politischen Gesprächen in Peking auf, die von Chens Fall überschattet werden. Der Chef der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation ChinaAid, Bob Fu, sagte bei einer Pressekonferenz, Chen wolle in die USA ausreisen, jedoch kein Asyl beantragen. Chen wolle die Möglichkeit haben, nach China zurückzukehren, sagte Fu zur Erklärung. In einem Telefonat habe Chen jedoch immer wieder betont, dass er derzeit in die USA ausreisen wolle.
Einen Tag nach der scheinbar friedlichen Lösung des Konflikts um seine Flucht in die US-Botschaft in Peking mehren sich die Vorwürfe, beide Länder hätten Druck auf ihn ausgeübt. Dass er nun Clinton auffordert, ihn und seine Familie gleich nach den jetzigen US-chinesischen Gipfelgesprächen im Regierungsflugzeug in die USA mitzunehmen, setzt Washington noch mehr unter Druck. Das Thema Chen wird beim Gipfel offiziell zwar peinlich vermieden, doch im Hintergrund laufen anscheinend angespannte Verhandlungen über das Schicksal des Bürgerrechtlers.
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Publiziert am 03.05.2012