Schlappe für Konservative bei britischen Kommunalwahlen

Die Briten haben die regierenden Konservativen von Premierminister David Cameron bei den Kommunalwahlen offenbar für deren drastische Sparpolitik abgestraft.

Nach Auszählung von rund der Hälfte der zur Wahl stehenden Regionalvertretungen verloren die konservativen Torys und die mit ihnen regierenden Liberaldemokraten in England und Wales Hunderte Gemeinderäte.

Labour legt deutlich zu

Die oppositionelle Labour Party konnte deutlich zulegen. Die rechtsgerichtete UK Independence Party verzeichnete ihr bestes Ergebnis bei einer Kommunalwahl, wie aus heute veröffentlichten Ergebnissen der Wahl vom Vortag hervorging.

Auf das gesamte Land hochgerechnet bedeutet das Resultat BBC-Berechnungen zufolge für die Konservativen einen Rückstand auf Labour von acht Prozentpunkten. Hoffnungen machten sich die Konservativen darauf, mit Boris Johnson weiter den Bürgermeister in London stellen zu können. Mit einem Ergebnis wird am Abend gerechnet. Auch die Resultate in Schottland, einer traditionellen Labour-Hochburg, werden im Laufe des Tages erwartet. Die Wahlbeteiligung fiel mit 32 Prozent auf ein Rekordtief.

Hague: „Im Rahmen des Normalen“

„Die Menschen leiden unter der Rezession, die Menschen leiden unter einer Regierung, die ihre Steuern erhöht und zugleich die Steuern für Millionäre gesenkt hat“, sagte Labour-Chef Ed Miliband. Außenminister William Hague meinte, es sei nicht ungewöhnlich, dass eine Regierung in der Mitte ihrer Amtszeit nicht so gut abschneide. Die Ergebnisse „liegen im Rahmen des Normalen“, sagte er der BBC.

Für London liegen noch keine Ergebnisse vor. Einer Umfrage des „Evening Standard“ zufolge kann Johnson aber mit 53 Prozent der Stimmen rechnen, der frühere Labour-Bürgermeister Ken Livingston nur mit 47 Prozent.

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