Norwegens Staatsfonds „bestraft“ Euro-Zone

Der norwegische Staatsfonds, der die Milliardeneinkünfte aus dem Ölverkauf investiert, hat den Regierungen der Euro-Zone-Länder und der EZB gestern ein unmissverständliches Warnsignal gesendet: Aus Protest über die Griechenland-Entschuldungsaktion, bei der der rund 460 Milliarden Euro schwere Fonds mehr als 50 Prozent des Werts seiner Griechenland-Anleihen abschreiben musste, hat der Fonds alle seine irischen und portugiesischen Staatsanleihen abgestoßen, wie auf einer Quartalspressekonferenz mitgeteilt wurde.

Auch seinen Bestand an spanischen und italienischen Schuldpapieren hat der norwegische Staat demnach massiv reduziert. Allein vom Sommer des Vorjahres bis zum März stieß der Fonds laut „Financial Times“ italienische Anleihen im nominellen Wert von 4,5 Mrd. Euro ab.

Fonds warnt Euro-Zone

Der Fonds hat rund 40 Prozent seines Vermögens in Staatspapiere investiert und hält alleine zwei Prozent aller europäischen Wertpapiere. Die Fondsmanager warnten nun, dass der Euro-Zone noch schwere Probleme bevorstünden und dass der griechische Schuldenschnitt die Lage nur verschlimmert habe.

Es ist das laut „Financial Times“ eine der offensten Warnungen seitens eines Großinvestors bezüglich der negativen Folgen der Restrukturierung des Athener Schuldenbergs auf den gesamten Anleihenmarkt der Euro-Zone.

Schwellenländer statt Europa

Statt in Europa will Norwegen nun verstärkt in die Anleihen von Schwellenländern wie Brasilien investieren. Der Fonds verzeichnete dank starker Aktienmärkte im abgelaufenen Quartal laut eigenen Angaben den drittgrößten Gewinn seiner Geschichte.

Publiziert am 04.05.2012