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510 Millionen teuer

Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiberin des am 13. Jänner vor der italienischen Küste verunglückten Schiffes „Costa Concordia“, kämpft sich zurück in Richtung Normalbetrieb. Anfang Mai traf in Venedig das neue Schiff „Costa Fascinosa“ ein, das die havarierte „Costa Concordia“ ersetzt.

Das 114.500 Tonnen schwere Schiff, das bis zu 3.800 Passagiere unterbringen kann, startete vor zwei Wochen von der Lagunenstadt mit ihrer ersten Kreuzfahrt, die Passagiere nach Kroatien, Griechenland, Israel und in die Türkei führen wird.

13 Bars, fünf Restaurants

510 Millionen Euro investierte Costa Crociere in die „Costa Fascinosa“, die vom Schiffbaukonzern Fincantieri gebaut wurde. Mit dem Schwesterschiff „Costa Favolosa“ ist die „Costa Fascinosa“ der derzeit größte italienische Luxusliner. Der Bau des Schiffes beschäftigte 3.000 Personen.

Innenraum der "Costa Fascinosa"AP/Luigi CostantiniBlick in die „Lobby“ des Luxusliners

Wegen des Unglücks vor der Insel Giglio wurden keine Feierlichkeiten für den Start der „Costa Fascinosa“ organisiert, teilte das Unternehmen mit. 500 Unternehmen beteiligten sich am Bau des Kreuzfahrtschiffes. Die Inneneinrichtung wurde vom US-Architekten Joseph Farcus entworfen. An Bord befinden sich unter anderem 13 Bars, fünf Restaurants, eine Diskothek, ein Spielkasino sowie ein Fitnesscenter.

Mehr Buchungen als im Vorjahr

Die italienische Kreuzfahrtgesellschaft ist trotz des Unglücks vor der Insel Giglio über die Entwicklung des Geschäfts in den kommenden Monaten zuversichtlich. Die Zahl der Buchungen sei höher als im vergangenen Jahr. „Der Trend ist positiv, und das ist ermutigend. Wir haben die Pflicht, weiter zu arbeiten und zu wachsen, da wir 24.000 Personen beschäftigen“, erklärte Geschäftsführer Pier Luigi Foschi am Samstag.

Costa Crociere will die Flotte noch erweitern. So baut Fincantieri ein neues 132.500 Tonnen schweres Kreuzfahrtschiff für fast 5.000 Passagiere. Das größte italienische Kreuzfahrtschiff soll im Oktober 2014 erstmals auslaufen.

Schiff "Costa Fascinosa"AP/Luigi CostantiniLetzte Vorbereitungen vor dem Auslaufen

Auf die Havarie der „Costa Concordia“ mit mehr als 4.200 Personen an Bord, die 32 Menschenleben kostete - zwei Passagiere werden noch immer vermisst - folgte Anfang März auch noch der Brand im Maschinenraum der „Costa Allegra“ vor den Seychellen, bei dem keine Menschen zu Schaden kamen. Die italienische Reederei bietet weltweit Kreuzfahrten an, 70 Prozent ihres Geschäftes macht sie in Europa.

„Kontrollore“ für Kapitän

Foschi berichtete, dass die Kreuzfahrtgesellschaft nach dem Concordia-Unglück neue Maßnahmen beschlossen habe. Auf der Kommandobrücke werde der Kommandant zwar weiterhin allein verantwortlich sein, seine Arbeit werde jedoch stärker mit den anderen Offizieren abgewickelt. „Niemand will die Autorität des Kapitäns infrage stellen, wir wollen aber dafür sorgen, dass ihm Kollegen bei der Ergreifung von Beschlüssen nahe sind“, sagte Foschi. Er äußerte die Hoffnung, dass in neun Monaten die Küsten der Insel Giglio vom Wrack der „Costa Concordia“ geräumt sein werden.

Außerdem wird künftig die Zentrale immer in Echtzeit verfolgen können, wo sich die Schiffe gerade befinden. Damit reagiert die Gesellschaft auf das Unglück, bei dem nach Angaben von Costa Crociere, Kapitän Francesco Schettino, der sich in Hausarrest befindet, beschuldigt wird, eigenmächtig den Kurs geändert und sich zu sehr der Küste genähert zu haben. Weiters sollen Passagiere künftig bereits vor dem Besteigen des Schiffes ein Notfalltraining erhalten.

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Publiziert am 18.05.2012