Argentinien enteignet spanischen Ölkonzern

Der argentinische Staat hat gegen alle Proteste die Kontrolle über die Erdölfirma YPF des spanischen Energiekonzerns Repsol übernommen. Präsidentin Cristina Fernandez de Kircher unterzeichnete am Wochenende ein entsprechendes Gesetz.

Zuvor hatten beide Kammern des Parlaments der Enteignung mit großer Mehrheit zugestimmt. Auch in Bolivien war in den vergangenen Tagen das Tochterunternehmen eines spanischen Energiekonzerns verstaatlicht worden.

Repsol bleiben sieben Prozent

Argentiniens Präsidentin hatte die Verstaatlichung der bisher von der spanischen Repsol kontrollierten Erdölfirma mit fehlenden Investitionen begründet. Das Gesetz sieht die Enteignung von 51 Prozent der Aktien von YPF vor. Repsol behält sieben Prozent der Aktien. Weitere 26 Prozent befinden sich in Händen der argentinischen Unternehmerfamilie Eskenazi, während der Rest an den Börsen in Buenos Aires und New York gehandelt wird.

Die spanische Regierung hatte gegen die Enteignung protestiert und als Gegenmaßnahme die Einfuhr von Biodiesel aus Argentinien eingeschränkt.

Internationale Konzerne sollen helfen

Ende 2011 hatte YPF in der Provinz Neuquen eines der größten Öl- und Erdgasvorkommen Argentiniens entdeckt. Für dessen Ausbeutung sind Investitionen in Milliardenhöhe notwendig, die nach dem Willen der argentinischen Regierung von internationalen Unternehmen aufgebracht werden sollen.