US-Wahlkampf: Obama greift Romney an
US-Präsident Barack Obama läutet ein halbes Jahr vor der Abstimmung den Kampf um seine Wiederwahl ein. Auf seiner ersten großen Wahlkampfveranstaltung gestern in Ohio griff er seinen voraussichtlichen Herausforderer Mitt Romney an und warf ihm vor, die „falschen Lehren“ als Unternehmenschef gezogen zu haben. Deswegen werde er nie die Mittelschicht unterstützen.
„Er glaubt ernsthaft, wenn Chefs und wohlhabende Investoren wie er Geld verdienen, auch der Rest von uns automatisch in Wohlstand lebt“, sagte Obama über den konservativen Romney. Sein Herausforderer missverstehe die Herausforderungen, mit denen die USA derzeit kämpften. Nur darum schlage er vor, Steuern für Reiche und Schlüsselinvestitionen zu kürzen.
Der Demokrat - der nur ein Hemd, keine Krawatte oder ein Sakko trug - betonte vor rund 14.000 begeisterten Anhängern, bisher hätten größere Unternehmensgewinne nicht zu besseren Jobs geführt. Käme Romney ins Weiße Haus, dann würden die USA zurück in die Finanzkrise und eine Rezession rutschen.
Offiziell hatte der Präsident vor einem Jahr in Chicago angekündigt, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Bei seinem Wahlsieg 2008 hatte er die Amerikaner auf großen Veranstaltungen im gesamten Land hinter sich gebracht. Nun hofft Obama, diesen Rückenwind erneut entfachen zu können. In den kommenden Monaten sollen weitere Kundgebungen folgen, im Mittelpunkt steht dabei das Wort „Forward“ (Vorwärts): „Wir bringen dieses Land vorwärts.“
Ex-Gouverneur Johnson tritt an
New Mexikos Ex-Gouverneur Gary Johnson tritt für die Libertarians bei den US-Präsidentschaftswahlen gegen Amtsinhaber Barack Obama an. Auf dem Parteitag stimmten 70 Prozent der Delegierten für den 59-jährigen Bauunternehmer, wie Libertarian-Parteisprecher Stephen Gordon mitteilte. Johnson setzte sich gegen den Air-Force-Veteranen R. Lee Wrights durch.
Publiziert am 06.05.2012