„Spiegel“: Merkel für EU-Boykott der EM in Ukraine

Die deutsche Regierung erhöht laut einem Magazinbericht im Fall Timoschenko den Druck auf die Ukraine. Kanzlerin Angela Merkel werbe in der Europäischen Union dafür, dass nach der EU-Kommission auch alle Staats- und Regierungschefs den Spielen der Fußball-Europameisterschaft in dem Land fernblieben, falls die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko nicht freigelassen werde, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ heute ohne Angabe von Quellen.

Im Kanzleramt setze man darauf, dass eine EU-weite Boykottdrohung eine größere Wirkung entfalte als der Alleingang einiger Länder. Merkel erklärte bereits, dass sie einen Besuch der deutschen Spiele in der Ukraine von der politischen Entwicklung in dem Land abhängig macht. Am Mittwoch hatte die österreichische Regierung beschlossen, den EM-Spielen in der Ukraine fernzubleiben.

Die EU-Kommission kündigte in der vergangenen Woche einen Boykott der EM in der Ukraine an, die das Turnier gemeinsam mit Polen ausrichtet. Bundespräsident Heinz Fischer, der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und sieben andere Staatschefs haben zudem ein für Mitte Mai geplantes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch auf der Krim abgesagt.

Publiziert am 06.05.2012