Niedrige Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen in Italien

Bei den Kommunalwahlen in Italien, zu denen heute und morgen neun Millionen Wähler aufgerufen sind, zeichnet sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. 13 Prozent der Wahlberechtigten hatten um 12.00 Uhr ihre Stimme abgegeben, teilte das Innenministerium in Rom mit. Bei den letzten Kommunalwahlen 2007 lag die Beteiligung noch bei 15,4 Prozent. Die Parteien befürchten eine hohe Stimmenenthaltung.

Es handelt sich um die ersten Wahlen seit dem Ende der Regierung von Silvio Berlusconi im vergangenen November. Gewählt wird in 1.015 Kommunen, darunter Genua, Parma, Verona und Palermo. Die Teilkommunalwahlen gelten als wichtiger Wahltest im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Mit Resultaten ist am Montagabend zu rechnen.

Politikverdrossenheit der Italiener wächst

Infolge der drastischen Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise wächst die Politikverdrossenheit der Italiener. Die am Wahlkampf beteiligten Parteien befürchten eine hohe Stimmenenthaltung. Auch eine Reihe von Korruptionsskandalen, die die Traditionsparteien in den letzten Monaten schwer belastet haben, setzen die Parteien arg unter Druck.

Als wahre Überraschung des Urnengangs könnte sich der Kultsatiriker und Erfolgsblogger Beppe Grillo erweisen, der die Massen mit seiner Kampagne gegen die „Kaste“ der italienischen Parlamentarier, die Verschwendungen im politischen System und die Richtlinien der Europäischen Zentralbank mobilisiert.