Causa Strasser: Justizministerium rechnet mit Anklage

Das Justizministerium rechnet in der Causa Ernst Strasser offenbar mit einer Anklage: Christian Pilnacek, Sektionschef für Strafrecht im Justizministerium, bezweifelt die Variante, dass es zu einer Einstellung des Falles kommt, wie er im Interview mit der morgen erscheinenden Wochenzeitung „Falter“ sagte. Er schätze, dass man vor dem Sommer eine Entscheidung treffen werde.

Verdacht auf Korruption und Geldwäsche

Gegen den ehemaligen ÖVP-Innenminister und EU-Parlamentarier Strasser wird wegen Korruptionsverdachts und Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Er war im Vorjahr dabei gefilmt worden, als er britischen Journalisten, die sich als Lobbyisten ausgaben, seine Dienste bei der Einbringung einer Gesetzesänderung im EU-Parlament anbot.

Einstellung des Falles „anzuzweifeln“

Auf die Frage, ob es möglich sei, dass der Fall eingestellt wird, meinte Pilnacek zwar, er sage nichts über das Ergebnis - „aber ich würde diese Variante eher anzweifeln“.

Weil Strasser in dem Video angebe, dass er bereits für sechs andere Auftraggeber als Lobbyist tätig war, hat die Justiz laut Pilnacek auch untersucht, ob er auch hier Geld für Gesetze gefordert haben könnte. „Der Verdacht konnte nicht erhärtet werden.“

Publiziert am 08.05.2012