Fatwa gegen iranischen Rapper in Deutschland
Ein iranischer Großajatollah hat in einer Fatwa (islamisches Rechtsgutachen, Anm.) die Tötung des in Deutschland lebenden Rappers Shahin Najafi erlassen. Der 31-jährige Musiker soll in dem Song „Imam Naghi“ den zehnten Imam der schiitischen Muslime beleidigt haben.
Die Nachrichtenagentur FARS berichtete gestern, Großajatollah Safi Golpayegani habe das Lied als Blasphemie gedeutet. Mit der Fatwa sind nicht nur Schiiten, sondern auch andere Muslime aufgerufen, den Mann zu ermorden und „für immer in die Hölle zu schicken“.
Fatwa gegen Salman Rushdie
Die letzte Fatwa mit Tötungsaufforderung eines iranischen Großajatollahs war gegen den britischen Autor Salman Rushdie gerichtet. Im Februar 1989 hatte Irans damaliger religiöser Führer Ayatollah Khomeini das Dekret gegen den gebürtigen Inder wegen Gotteslästerung in seinem Buch „Die Satanischen Verse“ erlassen.
Rushdie stand für mehr als zwölf Jahre unter Polizeischutz und musste in all den Jahren um sein Leben bangen. Erst 2001 erklärte der damalige Präsident Mohammad Khatami, dass der Iran dieses Dekret nicht ausführen werde.
Publiziert am 09.05.2012