S&P warnt vor „Sturm an Kreditmärkten“
Unternehmen auf der ganzen Welt müssen sich nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) darauf einstellen, dass sie künftig schwerer an frisches Geld herankommen. Zum einen würden sich die Banken unter dem Druck strengerer Vorschriften aus manchen Geschäften zurückziehen, zum anderen würden Investoren risikoscheuer, erklärte S&P-Experte Jayan Dhru gestern bei der Vorlage eines umfassenden Berichts zum Thema.
Begriff „Kreditklemme“ vermieden
„In Kombination mit der Krise in der Euro-Zone, der langsamen wirtschaftlichen Erholung in den USA und den Aussichten auf eine sich verlangsamende Konjunktur in China könnte daraus ein echter Sturm an den globalen Kreditmärkten erwachsen“, warnte Dhru. Das wäre die gefürchtete Kreditklemme. Diesen Begriff vermied Dhru jedoch und sprach stattdessen von einer „Kreditrationierung aufseiten der Banken“.
Nach Berechnungen von S&P brauchen Unternehmen in der Euro-Zone, Großbritannien, den USA, China und Japan in den kommenden fünf Jahren 43 bis 46 Billionen US-Dollar (33,2 bis 35,5 Bill. Euro) an frischem Geld. Alleine 30 Billionen Dollar seien nötig, um bestehende Finanzierungen zu erneuern. Die restlichen 13 bis 16 Billionen Dollar würden zur Finanzierung von Wachstums benötigt.
Publiziert am 10.05.2012