Themenüberblick
„Wirtschaftliche Lage bleibt fragil“
Für 2013 rechnet die EU-Kommission mit einer langsamen Erholung: So soll das BIP in der Euro-Zone im kommenden Jahr um 1,0 Prozent zunehmen, in der gesamten EU um 1,3 Prozent. Für Österreich sagte die Kommission für 2013 ein Wachstum von 1,7 Prozent voraus. Im laufenden Jahr prognostiziert die EU-Behörde für Österreich ein Wachstum von 0,8 Prozent.
So wie Österreich steht auch Deutschland gut da: Im laufenden Jahr wird die größte Volkswirtschaft der EU nach Brüsseler Einschätzung um 0,7 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um 1,7 Prozent.
dapd/AP/Geert Vanden WijngaertEU-Kommission Rehn fordert weiter konsequente Budgetdisziplin bei den Euro-Mitgliedsländern„Ein Aufschwung ist in Sicht“
„Ein Aufschwung ist in Sicht, aber die wirtschaftliche Lage bleibt fragil, mit großen Unterschieden zwischen den Mitgliedsstaaten“, sagte Rehn. „Ohne weiteres entschlossenes Handeln kann das Wachstum in der EU schwach bleiben“, warnte er. Gesunde öffentliche Finanzen seien eine Bedingung für nachhaltiges Wachstum, die EU müsse zugleich Stabilität und wachstumsfördernde Politiken verfolgen.
Inflation wird hoch bleiben
Die Inflation wird nach Schätzung der Kommission in der Euro-Zone mit 2,4 Prozent im Jahr 2012 hoch bleiben. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Rückgang von 0,3 Prozentpunkten. Erst mit 2013 erwartet die Kommission wieder eine Inflationsrate unter der Zweiprozentschwelle, nämlich 1,8 Prozent für die Euro-Zone.
In Österreich wird die Teuerung laut der Prognose bei 2,4 Prozent im laufenden Jahr und bei 2,0 Prozent im kommenden Jahr liegen, 2011 verzeichnete Österreich 3,6 Prozent Inflation. EU-weit rechnet die EU-Kommission mit Inflationsraten von 2,6 Prozent und 1,9 Prozent für 2012 und 2013.
Neuer Höchststand bei Arbeitslosigkeit erwartet
Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone wird 2012 und 2013 mit 11,0 Prozent einen neuen Höchststand erreichen, schätzt die EU-Kommission. Für die gesamte EU wird in beiden Jahren eine durchschnittliche Rate von 10,3 Prozent prognostiziert.
Österreich wird nach Schätzungen der EU-Kommission 2012 und 2013 weiter die EU-weit niedrigste Arbeitslosenrate verzeichnen, mit 4,3 Prozent im laufenden bzw. 4,2 Prozent im kommenden Jahr.
Euro-Zone: Neuverschuldung sinkt leicht
Insgesamt macht das gemeinsame Währungsgebiet mit 17 Ländern Fortschritte beim Abbau der Neuverschuldung. Sie sinkt im Schnitt von 3,2 Prozent 2012 auf 2,9 Prozent 2013.
Spanien und Frankreich verfehlen nach Einschätzung der EU-Kommission ihre Defizitziele. Die beiden großen Euro-Länder werden es nicht schaffen, im kommenden Jahr - wie fest vereinbart - die Maastrichter Defizitmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Das teilte die EU-Behörde am Freitag in ihrer Konjunkturprognose in Brüssel mit.
Das von einer Bankenkrise erschütterte Spanien kommt 2013 demnach auf 6,3 Prozent Haushaltsdefizit vom Bruttoinlandsprodukt (BIP), Frankreich auf 4,2 Prozent. Auch die Niederlande liegen im kommenden Jahr mit 4,6 Prozent weit über der Zielmarke von drei Prozent.
Schulden nicht eingedämmt
Die Gesamtverschuldung der Euro-Zone steigt weiter, während die EU-Kommission mit einem Rückgang der Defizite rechnet. So erwartet die EU-Behörde, dass die Gesamtverschuldung in der Euro-Zone heuer 91,8 Prozent erreicht, gegenüber 88,0 Prozent 2011. Für 2013 rechnet die Kommission mit einer Verschuldung von 92,6 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone, die damit meilenweit von den 60 Prozent der Maastricht-Kriterien entfernt ist. Auch für Österreich wird eine Zunahme der Verschuldung von 72,2 Prozent 2011 auf 74,2 Prozent 2012 und 74,3 Prozent 2013 vorhergesagt.
Links:
- EU-Kommission
- Statistik Austria[[2145390]]
Publiziert am 15.05.2012