Ex-RAF-Terroristin bestreitet Beteiligung an Buback-Mord

Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker hat jede Beteiligung am Mordanschlag auf den deutschen Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977 bestritten.

„Ich war bis zu meiner Verhaftung im Mai 1977 nie in Karlsruhe gewesen“, sagte Becker heute vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie sei auch nicht an der Planung des Attentats beteiligt gewesen. Wer den Anschlag auf Buback verübte, könne sie nicht beantworten.

„Ich war nicht dabei“

An den Nebenkläger und Sohn des getöteten damaligen Generalbundesanwalts, Michael Buback, gerichtet sagte sie: „Sie wollen wissen, wer Ihren Vater getötet hat. Diese Frage kann ich nicht beantworten, ich war nicht dabei.“ Sie sei am Tattag im Nahen Osten gewesen und erst am Tag nach der Tat über das damalige Jugoslawien nach Italien geflogen, wo sie aus den Medien von dem Anschlag erfahren habe.

Auch an einem Treffen der RAF zum Jahreswechsel 1976/1977 in den Niederlanden habe sie nur einen Tag teilgenommen und sei an konkreten Anschlagsvorbereitungen „nie beteiligt“ gewesen.

Tödliche Schüsse weiter ungeklärt

Die Anklage wirft der 59-Jährigen in dem Prozess Mittäterschaft an dem Attentat vor, bei dem in Karlsruhe auch zwei Begleiter Bubacks getötet wurden. Die Aussage Beckers war mit Spannung erwartet worden. Bisher hatte das frühere Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF) in dem seit September 2010 andauernden Prozess beharrlich geschwiegen.

Bis heute ist ungeklärt, wer damals die tödlichen Schüsse auf Buback von einem Motorrad abfeuerte. Becker sagte dazu: „Ich habe nie selbst ein Motorrad gefahren.“

Video dazu in iptv.ORF.at

Publiziert am 14.05.2012