US-Justiz ermittelt offenbar gegen JPMorgan Chase

Nach dem Verlust von rund zwei Milliarden Dollar durch Fehlspekulationen bei der Großbank JPMorgan Chase hat das US-Justizministerium Medienberichten zufolge eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Wie das „Wall Street Journal“ gestern meldete, befanden sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium.

Zunächst sei noch nicht klar gewesen, welche Vorwürfe genau das Ministerium überprüfe. Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise ebenfalls, dass das Justizministerium eine „strafrechtliche Untersuchung“ eröffnet habe.

JPMorgan wollte die Berichte auf Nachfrage nicht kommentieren. Die US-Bank hatte vergangene Woche eingeräumt, durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallsversicherungen einen heftigen Verlust von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro erlitten zu haben. Am Montag hatte die Investmentchefin von JPMorgan, Ina Drew, ihren Rücktritt erklärt.

JPMorgan-Chef behält Doppelfunktion an Bankspitze

Nach dem milliardenschweren Spekulationsdesaster bei JPMorgan kam Bankchef Jamie Dimon bei der Hauptversammlung mit einem blauen Auge davon. Die Aktionäre stimmten gestern dafür, dass Dimon weiterhin Vorstands- und Verwaltungsratschef in Personalunion bei dem größten US-Finanzinstitut bleiben darf. Der Anteil der Gegenstimmen war mit 40 Prozent allerdings nicht unerheblich.

Im Vorfeld waren Rufe nach einer Trennung der beiden Spitzenämter immer lauter geworden. Für das Aktionärstreffen lag auch ein Antrag vor, diese Posten zu trennen. Vor allem der größte US-Pensionsfonds CalPERS machte sich dafür stark.