Kommission untersucht Diktatur-Verbrechen in Brasilien

In Brasilien ist eine Wahrheitskommission eingesetzt worden, die Menschenrechtsverbrechen während der Militärdiktatur (1964-1985) in dem größten südamerikanischen Land untersuchen soll.

Präsidentin Dilma Rousseff führte gestern die sieben Mitglieder der Kommission offiziell in ihr Amt ein. Sie sollen in den kommenden zwei Jahren Verbrechen und Vergehen an Oppositionellen durchleuchten und dabei insgesamt Vorfälle in der Zeit von 1946 bis 1988 prüfen.

Rousseff, die während der Diktatur selbst im Widerstand war und gefangen und gefoltert wurde, gedachte bei einer Zeremonie der Opfer der Gewaltherrschaft, versicherte aber, die Wahrheitskommission sei nicht durch Revanchismus oder Hass motiviert. „Brasilien verdient die Wahrheit, die nachkommenden Generationen verdienen die Wahrheit, vor allem aber die, die Freunde und Verwandte verloren haben und die weiter leiden, als ob sie (die Opfer) Tag für Tag aufs Neue stürben“, betonte Rousseff.

Publiziert am 16.05.2012