Studie ortet große Gefahr neuer AKW-Katastrophen
Das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall ist deutschen Forscher zufolge weit größer als bisher angenommen. Mit dem momentanen Bestand an Atomkraftwerken könne es etwa einmal in zehn bis 20 Jahren einen GAU geben, also den größten anzunehmenden Unfall, wie der Atmosphärenchemiker Jos Lelieveld ausrechnete. Das sei deutlich häufiger als in der Vergangenheit geschätzt, teilte das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz gestern mit.
Laut der Analyse tragen im weltweiten Vergleich die Einwohner im dicht besiedelten Südwestdeutschland durch die zahlreichen Kernkraftwerke an den Grenzen zu Frankreich und Belgien das höchste Risiko einer radioaktiven Verstrahlung.
Westeuropa werde wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet. Nach einer Definition der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gilt ein Gebiet ab diesem Wert als radioaktiv kontaminiert.
Publiziert am 22.05.2012