Opernstreit eskaliert: Kein Bericht mehr über die Met

Im Streit zwischen der Metropolitan Opera und den „Opera News“ hat das angesehene Fachblatt Konsequenzen gezogen. „Opera News“ werde von der Juni-Ausgabe an nicht mehr über Inszenierungen des New Yorker Opernhauses berichten, bestätigte Tristan Kraft, einer der Redakteure des Blattes gestern.

„Opera News“ schreibt seit 76 Jahren über die Met und andere Opernhäuser weltweit und ist das führende US-Magazin für Liebhaber der klassischen Musik. Herausgeber ist eine Organisation von Opern-Fans, Metropolitan Opera Guild genannt, die die Met auch finanziell fördert.

Der Streit zwischen dem Opernhaus und dem Blatt war durch negative Kritiken an neuen Inszenierungen der Met sowie an Generaldirektor Peter Gelb entbrannt. In zwei ihrer letzten Ausgaben hatte das Magazin die Produktion von Wagners „Götterdämmerung“ und Gelbs Führungsstil kritisiert.

Die „New York Times“ verwies darauf, dass sich Gelb kürzlich auch bei dem klassischen Musiksender WQXR über Kritik beschwert hatte. Der Sender zog den beanstandeten Bericht daraufhin zurück. Gelb hat sich mit dem Trend, traditionelle Opernproduktionen gegen aufwendige moderne Inszenierungen zu ersetzen, in New York sowohl Freunde als auch Feinde erworben.