Entscheidende Atomgespräche mit Iran beginnen
Im Dauerstreit über das iranische Atomprogramm stehen heute entscheidende Gespräche an. Bei Verhandlungen in der irakischen Hauptstadt Bagdad wollen Vertreter der fünf UNO-Vetomächte (Russland, Frankreich, USA, Großbritannien, China) und Vertreter Deutschlands den Iran zum Einlenken bei seinem umstrittenen Nuklearprogramm bewegen.
Während Teheran auf eine Lockerung der internationalen Sanktionen hofft, fordert der Westen größere Transparenz und Zugang für UNO-Inspektoren zu iranischen Atomanlagen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, will in Teheran diesbezüglich bereits positive Signale erhalten haben.
Angeblich US-Kompromissvorschlag
Die bisherigen Verhandlungsrunden zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft waren vor allem deshalb gescheitert, weil sich Teheran weigert, die Anreicherung von Uran - wie vom UNO-Sicherheitsrat gefordert - einzustellen. Die Urananreicherung ist Voraussetzung für den Betrieb von Atomkraftwerken, aber auch zur Herstellung von Atomwaffen.
Laut Medienberichten haben die USA als Kompromiss vorgeschlagen, der Iran solle sein Uran künftig nur noch auf fünf Prozent statt wie bisher auf 20 Prozent anreichern. Zudem sollen künftig uneingeschränkte Kontrollen der IAEA erlaubt werden. Israel besteht auf einem Stopp der iranischen Urananreicherung und schließt einen Militärschlag nicht aus.
Reaktor mit Brennstoff bestückt
Laut eigenen Angaben bestückte der Iran inzwischen auch einen Forschungsreaktor in Teheran mit nuklearem Brennstoff. Es handle sich um im Inland hergestelltes und auf 20 Prozent angereichertes Brennmaterial, erklärte die iranische Atomenergiebehörde. Die Ankündigung erfolgte unmittelbar vor dem Gipfel.
Mehr dazu in oe1.ORF.at
Publiziert am 22.05.2012