Moser: TA war „Bankomat“ unter Schwarz-Blau

Die Telekomsprecherin der Grünen und Vorsitzende des U-Ausschusses, Gabriela Moser, fordert die rasche Übermittlung des forensischen Berichts der BDO Deutschland über die Malversationen bei der Telekom Austria (TA) an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Die TA sei „der Bankomat der Republik unter Schwarz-Blau“ gewesen, sagte Moser heute bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der TA-Hauptversammlung. Im U-Aussschuss brauche man den BDO-Bericht umgehend. Sie hofft, das Dokument über die Staatsanwaltschaft zu bekommen, der die TA ihrer Ansicht nach den Bericht übergeben muss. Sie habe schon mit dem Justizministerium Kontakt aufgenommen.

Bericht erhärtet Vorwürfe

Die Forensik-Spezialisten Markus Brinkmann und Stefan Kühn von der Beratungsfirma BDO Deutschland präsentierten heute bei der Hauptversammlung der TA nach sieben Monaten intensiver Prüfungen ihren abschließenden Bericht über die Malversationen bei der TA.

Das Fazit: Die bereits bekannten Vorwürfe gegen frühere Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte haben sich erhärtet, für die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrates des Jahres 2011 habe man jedoch keine belastenden Fakten gefunden, sagte Brinkmann.

Während des vergangenen halben Jahres haben insgesamt 32 BDO-Prüfer 106.000 E-Mails und Hunderte Aktenordner analysiert und 146 Befragungen durchgeführt - neue Erkenntnisse wurden dabei kaum gewonnen, lediglich im Infrastrukturbereich und bei Beraterverträgen wurde man vereinzelt fündig.

Moser fordert TA-Strategie des Bundes ein

In Österreich fehle es an einer Telekomstrategie, kritisierte Moser und fügte hinzu: „Wenn der Staat Aktien hat, dann soll er auch strategische Überlegungen anstellen“, sagte sie. Man habe verschlafen, dass ein Quereinsteiger - wie jetzt Investor Ronny Pecik - in diese Position kommen könnte, der damit die Position der Staatsholding ÖIAG ins Wanken bringe.

Sein Interesse sei, schnell Geld zu machen. Für das Unternehmen wäre es aber wichtig, mittelfristig einen strategischen Partner zu bekommen. „Bei der AUA haben wir einen strategischen Partner auf Kosten von einer halben Milliarde Euro bekommen“, erinnerte Moser. Deshalb fordert sie: „Schluss mit der Schlafmützenpolitik der ÖIAG!“

Kritik an Beyrer

Auch an ÖIAG-Chef und TA-Aufrichtsrat Markus Beyrer lässt die grüne Abgeordnete kein gutes Haar. Kritik an Beyrer und der ÖIAG kommt außerdem von Anlegerschützer Wilhelm Rasinger und von der Arbeiterkammer.

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