Euro auf tiefstem Stand seit Juli 2010
Der Euro ist gestern vor dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise auf den tiefsten Stand seit Juli 2010 gefallen. Hauptbelastungsfaktor für die europäische Gemeinschaftswährung ist laut Experten die für 17. Juni angesetzte Neuwahl in Griechenland.
Am Nachmittag sank der Euro unter die Marke von 1,26 US-Dollar und wurde zuletzt bei 1,2565 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2659 (Dienstag: 1,2768) Dollar festgesetzt.
Weiterer Absturz droht
Wichtig sei jetzt, dass sich der Kurs wieder über der Hürde von 1,26 Dollar behauptet, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Sollte diese Marke nachhaltig durchbrochen werden, könne der Euro bis auf 1,24 Dollar abstürzen.
Ein wichtiger Auslöser für die jüngsten Kursverluste waren Aussagen des bisherigen griechischen Premierministers Lucas Papademos von gestern. Demnach werden in Athen mittlerweile Vorkehrungen für einen Austritt aus der Euro-Zone getroffen.
Es ist aber keineswegs nur Griechenland, das den Euro belastet. So steht weiter auch die kritische Lage in Spanien im Fokus der Märkte. Neben der Haushaltslage sorgt vor allem der Bankensektor für Verunsicherung.
Publiziert am 23.05.2012