Klima: Letzte Chance für Kompromiss vor Rio-Gipfel
Letzte Chance für einen Kompromiss: Drei Wochen vor Beginn des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in Rio sind die Vorverhandlungen für „Rio+20“ in die möglicherweise entscheidende Phase gegangen. In New York hat gestern das letzte Vorbereitungstreffen begonnen. Wenn sich die Unterhändler aus Dutzenden Staaten dort in den nächsten Tagen nicht einigen können, müssen in Rio in letzter Minute die Krisenvermittler ran.
Im Mittelpunkt steht der Entwurf einer Abschlusserklärung, mit dem die Staaten der Welt ihre Wirtschaft „grüner“ machen wollen. Allerdings ist die Definition des Begriffes „Green Economy“ nach wie vor strittig, zudem haben einige Regierungschefs ihre Teilnahme am Gipfel abgesagt.
Auch soziale Fragen im Blickpunkt
„Rio+20“ steht in direkter Folge des „Erdgipfels“ von 1992 in der brasilianischen Stadt. Dabei geht es nicht nur um Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch um handfeste soziale Fragen, etwa das Recht auf sauberes Wasser, Armutsbekämpfung und Arbeitsplätze. Deshalb sollen sie eng mit den sogenannten Millenniumszielen verbunden werden.
Das sind soziale Herausforderungen wie die Bekämpfung des Hungers, die Verringerung der Kindersterblichkeit und die Eindämmung von Krankheiten, die sich die UNO-Staaten im Jahr 2000 für das Jahr 2015 gesetzt hatten. Ungewiss ist bisher, in welchem Umfang die Abschlussdeklaration von Rio konkrete Vorgaben und Zeitpläne enthält, wie sie etwa von der Europäischen Union gefordert werden.
Publiziert am 29.05.2012