Karadzic will vor UNO-Tribunal Freispruch beantragen
Der ehemalige Präsident der bosnisch-serbischen Republik, Radovan Karadzic, will morgen bei einer Verhandlung vor dem Haager UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) seinen Freispruch beantragen, wie Belgrader Medien meldeten.
Die Anklage wirft Karadzic in elf Punkten Völkermord in Srebrenica und in weiteren sieben bosnischen Gemeinden vor, ferner Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter die 44-monatige Beschießung von Sarajevo, wie auch Verstöße gegen das Kriegsrecht in der Zeitspanne von 1992 bis 1995.
Beweisverfahren im Mai abgeschlossen
Wie eine Tribunalssprecherin in der Vorwoche ankündigte, werden die Ankläger den Antrag Karadzic’ bei einer für Mittwoch geplanten Verhandlung beantworten. Laut den Tribunalsregeln ist ein jeder Angeklagte berechtigt, nach dem Abschluss des Beweisverfahrens seinen Freispruch zu beantragen.
Das Beweisverfahren im Prozess gegen Karadzic wurde Anfang Mai abgeschlossen. Der Angeklagte, der sich selbst verteidigt, soll laut früherem Plan seine Verteidigung ab dem 16. Oktober präsentieren.
Publiziert am 10.06.2012