OECD fordert von EU bessere Krisenkoordination
Den Europäern fehlt es nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an ausreichender Koordination im Kampf gegen die Krise. Zwar verfüge die Europäische Union über „die Mittel, die Institutionen, die Stärke und die Kraft“, um der Krise Einhalt zu gebieten, sagte OECD-Chef Angel Gurria gestern (Ortszeit) im mexikanischen Los Cabos. Die einzelnen Staaten müssten ihre Entscheidungen aber „besser koordinieren“.
In Los Cabos beginnt morgen das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20). Beherrschendes Thema dürfte die Euro-Krise sein, vor allem im Lichte des Ergebnisses der heutigen griechischen Parlamentswahl. Diese gilt als Schicksalswahl über den Verbleib Athens in der Euro-Zone.
Weltbank-Chef Robert Zoellick warnte derweil vor Gefahren wie beim Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers. „Europa kann durchkommen, aber das Risiko steigt“, sagte Zoellick der britischen Tageszeitung „The Observer“. „Es kann zu einem ‚Lehman-Effekt‘ kommen, wenn die Dinge nicht richtig gemanagt werden.“ Lehman Brothers war im Jahr 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zusammengebrochen, was die weltweite Krise massiv verschärfte.
Publiziert am 17.06.2012