Ukraines Präsident kritisiert politischen EM-Boykott
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat den Boykott der Fußball-Europameisterschaft in seinem Land durch westliche Politiker kritisiert. „Ich finde das sehr negativ. Es ist falsch, Politik und Sport zu vermischen, wie die Geschichte schon mehrfach gezeigt hat“, sagte Janukowitsch der Zeitschrift „Super Illu“ laut heute im Voraus verbreiteten Auszügen. Die Ukraine gewährleiste schon lange die auch von Deutschland „gewünschte Transparenz“.
Das Einverständnis der Staatsführung, den Fall der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko von einer US-Anwaltsfirma und einer Kommission des Europäischen Parlaments untersuchen zu lassen, seien Belege dafür, sagte Janukowitsch. Der Präsident wies Vorwürfe zurück, Timoschenko befinde sich aus politischen Gründen in Haft, äußerte aber Mitgefühl mit seiner langjährigen politischen Rivalin.
„Natürlich habe ich Mitleid mit Julia Timoschenko, als Mensch“, sagte Janukowitsch, der 2004 im Zuge der von Timoschenko geführten „Orangen Revolution“ von der Macht verdrängt worden war. Sobald der Prozess gegen Timoschenko abgeschlossen ist, werde er eine Begnadigung und einen Straferlass erwägen. „Ich werde die Möglichkeit suchen, einen Schritt der Humanität zu gehen“, sagte Janukowitsch der Zeitschrift.
Publiziert am 17.06.2012