24 Tote bei religiöser Gewalt in Nigeria

Die Gewalt zwischen Muslimen und Christen im Norden Nigerias nimmt kein Ende: Bei Bombenanschlägen auf zwei Kirchen und anschließenden Vergeltungsaktionen aufgebrachter Jugendlicher sind gestern mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zeitung „Daily Trust“ wurden 125 Menschen verwundet. Sie wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt.

Die koordinierten Angriffe auf die Goodnews Church und die Christ the King Catholic Church ereigneten sich in der nordwestlichen Stadt Zaria. Sie wurden von Selbstmordattentätern ausgeführt. In der etwas südlich gelegenen Stadt Kaduna griffen jugendliche Christen anschließend Muslime mit Stöcken und Messern an und ließen eine Moschee in Flammen aufgehen. Zeugen erklärten, es habe zahlreiche Opfer gegeben.

„Jetzt haben wir entschieden, zurückzuschlagen“

Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre. Es seien Straßenbarrikaden errichtet worden, sagte ein Augenzeuge und fügte hinzu: „Wir haben es satt, jeden Sonntag gibt es ein Blutbad. Jetzt haben wir entschieden, zurückzuschlagen: Blut für Blut, Feuer für Feuer.“ Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Gewalt und rief dazu auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Bisher bekannte sich niemand zu den Bombenanschlägen, jedoch wird vermutet, dass sie der radikal-islamischen Sekte Boko Haram zugerechnet werden müssen. Die Gruppe hat seit vergangenem Jahr zahlreiche Anschläge auf christliche Einrichtungen und Polizeistationen im muslimisch geprägten Norden des westafrikanischen Landes verübt und Hunderte Menschen getötet.

Publiziert am 17.06.2012