EU-Umweltkommissar: „Rio+20“ „Schritt in richtige Richtung“

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hat die Ergebnisse des dreitägigen UNO-Gipfels zur nachhaltigen Entwicklung („Rio+20“) gegen Frontalkritik von Umweltorganisationen in Schutz genommen.

„Rio hat uns der Zukunft, die wir möchten, näher gebracht. Jetzt müssen wir uns auf die konkrete Umsetzung konzentrieren“, sagte er kurz vor Abschluss des dreitägigen Gipfels heute der Nachrichtenagentur dpa in Rio de Janeiro.

Er räumte aber zugleich ein, die EU sei mit hohen Ansprüchen nach Rio gekommen, und nicht alle seien in der Abschlussdeklaration berücksichtigt worden.

Mit Blick auf die einhellige Meinung aller Umweltverbände, der Gipfel sei völlig gescheitert, sagte Potocnik: „Ganz offensichtlich beurteilen wir das Resultat unterschiedlich. Wir preisen das Ergebnis nicht, aber es ist auch nicht fair zu sagen, der Text habe keine guten Elemente.“ Es sei auch dem Einsatz der EU zu verdanken, dass die Erklärung mit dem Titel „Die Zukunft, die wir wollen“ an entscheidenden Stellen verbessert worden sei.

Bekenntnis zu mehr Entwicklungshilfe

Die EU habe ihr Bekenntnis erneuert, die Quote staatlicher Entwicklungshilfe (ODA) bis 2015 auf 0,7 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts auszuweiten. „2010 waren wir bei 0,4 Prozent und einer Summe von etwa 53 Milliarden Euro. Wenn wir im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld das Ziel von 0,7 Prozent bekräftigen, braucht es keine magische Rechnung, um zu kalkulieren, was wir hier zugestanden haben.“