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Opposition sieht keine Konkurrenz

Wird es in naher Zukunft eine neue Partei in Österreich geben? Ex-Magna-Chef Frank Stronach macht es spannend. Am Dienstag erklärte er im ZIB2-Interview, eine Entscheidung werde im Herbst fallen. Stolperstein dürften dabei weniger die politischen Inhalte sein als vielmehr die geeigneten Gesichter.

Schon länger wurde gemunkelt, dass der austro-kanadische Industrielle Stronach mit einem Einstieg in die Politik liebäugelt. Die Abstimmung über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) dürfte nun vielleicht den letzten Anstoß geben. In Inseraten geht Stronach scharf gegen den ESM vor und sorgt vor allen unter der Opposition für Unruhe.

2.000 Unterstützer

Die notwendige „Manpower“ für sein Parteiprojekt will Stronach aus seinem 2003 gegründeten Frank-Stronach-Institut holen. Von dort hätte er bereits die Unterschriften von 2.000 Unterstützern, wie Stronach gegenüber der „Kronen Zeitung“ erklärte. „Mit ihnen sind wir im ständigen Kontakt, rund 70 Leute habe ich bereits persönlich getroffen.“ Gemeinsam sei ihnen die Sorge um das Land. Sein Programm umfasst eine Schuldenbremse, weniger Verwaltung und eine „Flat Tax“ (Einheitssteuersatz), wie Stronach erklärte. Und natürlich der Kampf gegen den Stabilitätsmechanismus (ESM).

Wolf als Bundeskanzler?

Offen ist jedoch noch die Person des Parteichefs. Stronach schließt diese Rolle für sich aus - ein geeigneter Kandidat ist jedoch noch nicht in Sicht. Immer wieder werden Namen genannt, so brachte der „Kurier“ den Journalisten Christian Ortner ins Spiel, der jedoch dementierte; genauso wie der Steirer Herbert Paierl. Spekulationen, wonach der orange Abgeordnete Peter Westenthaler bereits heimlich für den Industriellen arbeiten und das BZÖ verlassen könnte, wurden von BZÖ-Obmann Josef Bucher zurückgewiesen.

Als „heißester“ Kandidat wird Stronach-Intimus und Topmanager Siegfried Wolf gehandelt. Dass es dahingehend bereits Gespräche gegeben hat, bestätigte Stronach auch gegenüber der ZIB2. Er habe an das Gewissen Wolfs appelliert, und dieser habe zwar nicht Ja, aber auch nicht Nein gesagt. Für Stronach wäre Wolf jedenfalls „ein sehr guter Bundeskanzler“. Ob sich der überzeugte Europäer Wolf auf den Anti-EU-Kurs von Stronach einlassen wird, bleibt jedoch abzuwarten.

BZÖ dementiert mögliche Zusammenarbeit

Getroffen habe er sich auch ein paar Mal mit BZÖ-Obmann Josef Bucher, den Stronach als „netten, angenehmen Burschen“ bezeichnete. Viele Leute würden ihm aber sagen, er solle etwas Neues machen, erklärte Stronach zu den Gerüchten, er könnte das BZÖ unterstützen. Stronachs Ablehnung des ESM deckt sich zumindest mit jener des BZÖ - das Bündnis wurde in der Vergangenheit auch immer wieder in Zusammenhang mit einer möglichen Kandidatur Stronachs gebracht. BZÖ-Chef Josef Bucher stellte am Dienstag klar, dass ihm keine Zusammenarbeit seiner Partei mit Stronach bekannt sei. „Ich kann nur sagen, dass ich meine Familie nicht verlassen werde und selbstverständlich nicht käuflich bin“, betonte Bucher.

FPÖ sieht keine Gefahr für Wählerstimmen

Mit der Ablehnung des ESM liegt Stronach auch auf Kurs mit der FPÖ. Sorgen, dass eine neue Partei Wählerstimmen abwerben könnte, hat man dort jedoch nicht. „Ich sehe Inserate, ich sehe aber keine Partei, und ich sehe keine Exponenten", sagte dazu FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky am Dienstag in einer Pressekonferenz. Stronach habe schon mehrmals versucht, in der Politik zu landen“, sagte Vilimsky, „alles ohne Erfolg“. Der FPÖ-Generalsekretär fürchtet nicht, dass Stronach FPÖ-Wähler abwerben könnte, auch wenn sich dessen Standpunkte zum ESM zu einem großen Teil mit jenen der FPÖ decken würden. „Ich glaube nicht, dass jemand, der ein Industrie-Capo ist, uns irgendwelche Stimmen wird nehmen können.“

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