Sexskandal um bulgarische Politiker
In Bulgarien sollen Politiker „Dienste“ von Models, die auch als Prostituierte arbeiten, genutzt haben und damit von der „Unterwelt“ unter Druck gesetzt worden sein. Das berichtete Innenminister Swetan Swetanow am Wochenende im Interview mit dem TV-Sender Nova. Details oder Namen wollte Zwetanow aber nicht nennen.
„Dachten, ihnen sei alles erlaubt“
Er bestätigte lediglich, dass die Polizei „operative Information“ darüber habe, dass Politiker aufgenommen wurden und die Aufnahmen im Nachhinein zur Erpressung dienten. Infrage kämen sogar „gegenwärtige namhafte Politiker“. Indizien würden dafür sprechen, Zeugenaussagen gebe es aber keine, so Swetanow. Nach Worten des Ministers nutzten während der Wendezeit einige Politiker die „Dienste der Unterwelt, weil sie in ihrer Überheblichkeit dachten, ihnen sei alles erlaubt“.
Ende Juni wurde ein bekannter Krimineller - Anton Petrow, genannt „der Hamster“ - mit seinem Komplizen Miroslaw Jontschew wegen organisierter Kriminalität, Menschenhandel und Zwang zur Prostitution verhaftet. Dabei sagten einige weibliche Models aus und bestätigten, dass die Modelagentur My Agency eigentlich als getarntes Bordell fungierte.
Dabei wurden die Models stundenweise oder sogar für die ganze Nacht nach festen Preisen als Prostituierte angeboten. Langjährige Vermutungen und Gerüchte, dass Modelagenturen im Land als geheime Vermittler von Luxusprostituierten tätig waren, konnten damit bestätigt werden.
Publiziert am 09.07.2012