Opel-Chef Stracke zurückgetreten

Paukenschlag bei Opel: Mitten im Überlebenskampf des krisengeschüttelten Autokonzerns hat Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben. Selbst der Aufsichtsrat wurde mit der Entscheidung überrumpelt - denn ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht.

Über die Gründe schweigt sich Stracke aus und befeuert damit die Gerüchteküche: Von einem besseren Angebot bei General Motors bis hin zu einem Rausschmiss reichen die Vermutungen. Autoexperte Dudenhöffer ortet „Chaos pur“ bei Opel.

Mehr dazu in Karrieresprung oder tiefer Fall?

Schlechte Zahlen als Grund?

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung waren schlechte Zahlen unter anderem der Grund für den Abtritt Strackes. Das Management der Opel-Mutter General Motors (GM) habe unter anderem aufgrund schlechter Verkäufe nicht mehr daran geglaubt, mit Stracke an der Spitze die Wende bei Opel zu schaffen, so die Zeitung am Freitag unter Berufung auf eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Die Neuzulassungen von Opel in Deutschland waren im ersten Halbjahr 2012 laut Kraftfahrtbundesamt um 9,3 Prozent zurückgegangen. Laut „Bild“ brach der Absatz insgesamt um acht Prozent ein, bedingt unter anderem durch die Krise in Südeuropa. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet nun mit harten Einschnitten: „Jetzt kommt die knallharte Sanierung. Mitarbeiter werden rausgeschmissen, Werke geschlossen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Sogar der komplette Rückzug aus Europa sei denkbar.

Zwei Vorstände als neue Chefs im Gespräch

Wie die „Bild-Zeitung“ im Voraus unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, gibt es derzeit zwei Favoriten für die Nachfolge. Danach gelte Thomas Sedran als aussichtsreicher Kandidat für den Chefsessel. Der Manager ist im Opel-Vorstand derzeit für den Bereich Strategie zuständig. Als weiterer Kandidat mit guten Chancen gelte der amtierende Opel-Produktionsvorstand Peter Thom.

Publiziert am 13.07.2012