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Höchstes Gebäude Westeuropas
Kurz vor der Show war das Gebäude bereits vom Ministerpräsidenten Katars, Hamad bin Dschassim al-Thani, und dem Sohn von Queen Elizabeth II., Prinz Andrew, offiziell eingeweiht worden. Das 450 Millionen Pfund (561 Mio. Euro) teure Projekt wurde zu 95 Prozent von Katar finanziert. Als sich 2009 wegen der Kreditkrise andere Investoren aus dem Vorhaben zurückzogen, habe Katar Rückendeckung gegeben, hieß es vonseiten des Emirats: „Für uns ist ‚The Shard‘ und alles, was es repräsentiert, ein Zeichen für die Investitionen Katars hier in London.“
APA/EPA/Karel PrinslooMit einer schillernden Lichter- und Musikshow wurde „The Shard“ eingeweiht„Außer Kontrolle geratene Macht“
Baustart für das von Architekt Renzo Piano entworfene pyramidenförmige Gebäude, das an der Spitze in Scherbenform (daher der Name „The Shard“, engl. Scherbe) zusammenläuft, war 2009. Doch die Meinungen zu dem Bauwerk waren von Anfang an gespalten.
„‚The Shard‘ ist ganz klar ein Denkmal für aus der Kontrolle geratenen Reichtum und Macht“, schrieb Jonathan Jones in der Zeitung „Guardian“. „Es schreit mit blendender Arroganz, dass Geld regiert.“ Das von innen im edlen Design ausgestattet Haus soll Luxuswohnungen, einem Hotel und Büros Platz bieten. Auf den 72 bewohnbaren Etagen könnten reich gewordene Finanzhaie symbolgeladen über der Armut der Stadt schweben, sagen der „Guardian“ und andere dazu.
Neues Wahrzeichen Londons
Londons Bürgermeister Boris Johnson sagte der BBC, das Gebäude sei „ein erstaunliches Stück Architektur“. Angesichts der geteilten Meinung der Bürger über den Turm fügte er aber hinzu, dass der Bau von Wolkenkratzern in London „kontrolliert“ bleiben müsse. Der „Shard“-Turm soll das „neue Wahrzeichen“ der britischen Hauptstadt sein. Mit 310 Metern überragt der Turm das bisher höchste Gebäude Europas, das in Moskau steht.
Insgesamt 95 Stockwerke zählt das Gebäude und verfügt über eine Aussichtsplattform mit einem 360-Grad-Rundblick über London. In ihm sollen unter anderem ein Fünf-Sterne-Hotel und Luxusrestaurants entstehen sowie zehn Wohnungen, die umgerechnet jeweils 62 Millionen Euro kosten sollen. Mit der Fertigstellung des Innenausbaus wird jedoch nicht vor 2013 gerechnet. Die Einweihung des Turmes wurde bewusst kurz vor die Olympischen Sommerspiele gelegt, zu denen zwei Millionen Besucher aus aller Welt in London erwartet werden. Im Februar soll der Turm als Touristenattraktion öffnen.
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Publiziert am 29.07.2012