Afghanistan: Selbstmordattentäter tötet 22 Hochzeitsgäste
Im Norden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Toten sind auch der einflussreiche Parlamentsabgeordnete und Milizenchef Ahmed Khan Samangani sowie der Geheimdienstchef der Provinz Samangan, Khan Mohammad, wie ein Polizeisprecher heute in der Provinzhauptstadt Aybek mitteilte. Der Anschlag ist einer der schwersten in den letzten Monaten.
Demnach betrat der Attentäter die Lobby eines Hotels, in dem die Tochter von Samangani gerade heiratete, und zündete seine Sprengstoffweste. Mehr als 40 Personen, unter ihnen viele Hochzeitsgäste, seien verletzt worden, sagte Polizeisprecher Ghulam Mohammad Chan.
Im Norden Afghanistans ist es verglichen mit dem Süden und Osten des Landes relativ ruhig. Die Taliban haben in ihrem Kampf gegen die vom Westen unterstützte Regierung von Präsident Hamid Karzai in diesem Jahr bereits Dutzende Attentate verübt. Vor allem Zivilisten werden Opfer der Gewalt im Land. Der im Norden Afghanistans einflussreiche Politiker Ahmed Khan gilt als enger Verbündeter von Präsident Karzai.
Taliban weisen Verantwortung zurück
Die radikal-islamischen Taliban wiesen jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück. Nach ihrer Darstellung sollen persönliche Feinde des Politikers hinter der Tat stecken.
„Ahmed Khan war eine einflussreiche Person im Norden (Afghanistans) und hatte zweifellos Feinde“, sagte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid. Als Kommandant der Mujaheddin kämpfte Khan in den 1980er Jahren gegen sowjetische Truppen und gegen die Taliban während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001.
Publiziert am 14.07.2012