Asyl: Darabos hält nichts von Kasernen-Idee

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat wenig Lust, Asylwerber in Kasernen einzuquartieren. Der Minister nehme die entsprechende Bitte von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) „zurückhaltend“ zur Kenntnis, sagte sein Sprecher heute. Einerseits brauche man die Kapazitäten für den Präsenzdienst, Leerstand andererseits stehe zum Verkauf. Die Innenministerin könne sich ja überlegen, „eine leerstehende Kaserne zu kaufen“.

„Nach Meinung des Verteidigungsministers sind Kasernen auch nicht unbedingt geeignet, um Asylwerber unterzubringen“, gab sein Sprecher zu bedenken. Außerdem brauche man den Platz für den Präsenzdienst, heißt es nicht ohne Seitenhieb auf den Koalitionspartner: „Aufgrund der ÖVP haben wir ja nach wie vor die allgemeine Wehrpflicht in Österreich, müssen die Grundwehrdiener in unseren Kasernen unterbringen und brauchen daher die entsprechenden Kapazitäten.“

Leerstehende Kasernen dagegen „stehen zum Verkauf“, und zwar gemäß des sowohl per Regierungsprogramm als auch durch die Bundesheerreformkommission formulierten Auftrags. „Das Innenministerium ist eingeladen, sich im Verkaufsprozess einzubringen.“ Was die Unterbringung von Asylwerbern betreffe, sei aber Mikl-Leitner zuvorderst „gefordert, bei den Bundesländern eine faire Verteilung durchzusetzen“.

Zahl der Asylanträge gestiegen

Im ersten Halbjahr sind vermehrt Asylanträge in Österreich gestellt worden. Laut aktuellen Zahlen des Innenministeriums wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 7.354 Asylanträge gestellt. Das sind um 1.544 oder 26,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011.

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Publiziert am 20.07.2012