Putin-Gegnerinnen von Pussy Riot vor Gericht

Begleitet von Festnahmen und scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat vor einem Moskauer Gericht eine erste Anhörung gegen die kremlkritische Frauenband Pussy Riot stattgefunden. Bei der Verhandlung hinter verschlossenen Türen sollte der Beginn des Prozesses wegen Rowdytums festgesetzt werden. Am Montag soll das Datum des Prozessbeginns bekanntgegeben werden. Die drei Angeklagten mussten, wie in Russland üblich, in einem Gitterkäfig sitzen.

Als erster Beschluss der Anhörung wurde die Verlängerung der U-Haft für die Musikerinnen bis Jänner beschlossen. Die Band hatte am 21. Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale Gott angefleht, Russland von Kreml-Chef Wladimir Putin zu erlösen. Den drei Frauen drohen deshalb sieben Jahre Gefängnis. Sie sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft.

Verteidiger wollte Putin vorladen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International appelliert, die Künstlerinnen freizulassen. Auch mehrere russische Künstler, darunter der bekannte Autor Boris Akunin, kritisierten den Umgang der Justiz mit den jungen Frauen.

Die Verteidigung forderte zu Beginn der Anhörung die Vorladung von Putin. Der Präsident soll als Zeuge gehört werden. Dies lehnte das Gericht aber ab. Danach beantragten die Anwälte der Gruppe ein neues Gutachten über den Auftritt der Band.

Video dazu in iptv.ORF.at

Publiziert am 20.07.2012