Brasilien: „Jahrhundertprozess“ um Korruption begonnen

In Brasilien hat gestern einer der größten Korruptionsprozesse in der politischen Geschichte des Landes begonnen. Insgesamt 38 frühere Minister, Parlamentarier, Banker und Unternehmer müssen sich wegen Bereicherung, Geldwäsche, Betrugs und Korruption vor der Justiz verantworten.

Den Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, in den Jahren 2002 bis 2005 Parlamentarierstimmen gekauft zu haben, um Mehrheiten für Regierungsprojekte zu sichern. Medien bezeichnen das Verfahren bereits als „Jahrhundertprozess“.

In Amtszeit von „Lula“

Die Vorgänge sollen sich vornehmlich in der ersten Amtszeit des früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva - in Brasilien als „Lula“ bekannt - abgespielt haben, der alle Vorwürfe abstreitet und gegen den auch nicht ermittelt wurde. Seine noch immer regierende Arbeiterpartei (PT) weist die Anschuldigungen ebenfalls zurück. Den Beschuldigten drohen Haftstrafen von bis zu 45 Jahren. Erste Urteile dürften Mitte September fallen.