CDU reagiert auf Faymann-Kritik an Merkel

Die Kritik von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Kurs seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel lässt man in Berlin nicht auf sich sitzen. „Wien und Berlin haben in der Euro-Krise dieselben Interessen. Bisher ist man den gleichen Weg gegangen. Daher verstehe ich die Äußerungen Faymanns nicht“, sagte der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok der Tageszeitung „Kurier“ (Montag-Ausgabe).

Faymann hatte sich im Sonntags-„Kurier“ dafür ausgesprochen, den Euro-Rettungsfonds ESM aufzustocken und diesem auch eine Bankenlizenz zu geben, damit er unbegrenzt Kredite bei der EZB aufnehmen könne. Zur deutschen Ablehnung in dieser Frage meinte Faymann, Kanzlerin Merkel habe „oft schon Diskussionen damit begonnen, dass sie sich etwas nicht vorstellen kann. Und zum Schluss waren ihr der Euro und Europa wichtig genug“.

Faymann müsse sehen, „dass es Reihenfolgen gibt“. Zuerst kämen Sparprogramme, erst dann könne die Europäische Zentralbank (EZB) aktiver werden, richtete Brok dem SPÖ-Chef aus.

Publiziert am 05.08.2012