Angeschlagener Aktienhändler Knight Capital kann hoffen
Der um sein Überleben kämpfende US-Aktienhändler Knight Capital Group kann Kreisen zufolge auf Hilfe hoffen. Knight sei in Gesprächen mit mehreren Investoren über Finanzhilfen, erfuhr Reuters gestern von einem mit der Sache vertrauten Insider.
Eine solche Lösung sei wahrscheinlicher als ein Konkursantrag, hieß es zudem. Die Bekanntgabe einer Einigung mit Investoren werde noch heute vor Öffnung der US-Märkte erwartet. Der Sender CNBC berichtete, Knight sei kurz davor, sich eine Kapitalspritze von 400 Mio. Dollar (327 Mio. Euro) von einer Gruppe von Investoren zu sichern.
Software soll fehlerhaft gewesen sein
Knight ist seit Mittwoch in Turbulenzen, nachdem technische Probleme auf Knight-Handelssystemen für irrationale Kursbewegungen an der US-Börse gesorgt hatten. Als Folge saß Knight Capital auf einem Berg zu teuer gekaufter Aktien. Das offenbar durch eine neue, fehlerhafte Software verursachte Desaster kostete Knight nach eigenen Angaben rund 440 Mio. Dollar.
Nach Informationen des „Wall Street Journal“ („WSJ“) wollte Knight-Chef Thomas Joyce die Börsenaufsicht SEC zunächst überreden, die Order einfach rückgängig zu machen. Doch SEC-Chefin Mary Shapiro lehnte unter Hinweis auf geltende Regeln ab. Knight hatte angekündigt, deshalb einen Kredit aufnehmen zu müssen.
Publiziert am 06.08.2012