Themenüberblick
„Demokratische Regeln“
Assad und Dschalili hätten über die beiderseitigen Beziehungen und die Lage in der Region gesprochen, hieß es in dem TV-Bericht. Dschalili ist der Beauftragte des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran ist der wichtigste regionale Verbündete der syrischen Führung, die durch den bewaffneten Aufstand zusehends in Bedrängnis gerät.
Dschalili beschuldigt USA
Dschalili hielt sich vor seiner Reise nach Damaskus im Libanon auf. Dort sagte er, für den Konflikt in Syrien müsse „nach demokratischen Regeln“ und „nicht mit Waffenlieferungen und Blutvergießen“ eine Lösung gefunden werden. Er warf den USA vor, durch Waffenlieferungen an die syrischen Aufständischen in der Region für „Unsicherheit“ zu sorgen.
APA/EPA/SanaAssad empfängt in seiner Residenz den iranischen Gesandten DschaliliDschalili sagte laut iranischen Medienberichten: „Die Lösung für den Syrien-Konflikt muss aus Syrien selbst und auf dem Weg des nationalen Dialogs kommen, nicht durch die Intervention äußerer Kräfte.“ Zuletzt hatte das syrischen Staatsfernsehen Assad beim Antritt des neuen Generalstabschefs gezeigt. Damals empfing er General Ali Adschub, der vor dem Staatschef seinen Amtseid ablegte.
Der TV-Auftritt gemeinsam mit einem Spitzenvertreter des wichtigsten Verbündeten in der Region ist auch ein Signal des Beharrungswillens an die eigenen Anhänger und an die Opposition. Assad war zuletzt am 22. Juli im syrischen Fernsehen zu sehen gewesen.
„Entschlossen, Land von Terroristen zu säubern“
Seine Regierung werde weiter mit aller Härte gegen die Aufständischen vorgehen, zitierte nun die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA Assad. „Das syrische Volk und seine Regierung sind entschlossen, das Land von den Terroristen zu säubern und den Terrorismus ohne Einhalt zu bekämpfen“, sagte Assad laut SANA.
Iran nimmt USA in die Pflicht
Aus dem Iran hieß es weiters, Washington sei wegen seiner „Unterstützung terroristischer Gruppen“ in Syrien und seines Transfers von Waffen in das Land für das Leben von 48 Iranern verantwortlich, die sich in der Gewalt syrischer Rebellen befinden, hieß es. Teheran macht zudem die Türkei für die Sicherheit der Iraner verantwortlich. Ankara unterstützt die aufständische Freie Syrische Armee und hat zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.
WHO: Viele Kranke ohne Hilfe
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies darauf hin, dass die Gesundheitsversorgung der syrischen Bevölkerung infolge von Versorgungsengpässen, Sanktionen und Zerstörungen zunehmend bedroht sei. Es gebe einen Mangel an Antibiotika und anderen Medikamenten. Kranke könnten nicht oder nur eingeschränkt versorgt werden, weil Pharmawerke wegen andauernder Kämpfe oder mangels Rohstoffen die Produktion eingestellt hätten, klagte die WHO am Dienstag in Genf.
Frankreich entsendet zur Unterstützung Zehntausender syrischer Flüchtlinge in Jordanien medizinische Hilfe in das Land. Der Einsatz eines Teams von Armeeärzten und -chirurgen in Jordanien sei mit den dortigen Behörden abgestimmt, erklärte das Büro von Präsident Francois Hollande.
Links:
- SNC
- Crisis Group
- Bürgerkrieg in Syrien (Wikipedia)
- Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte
- Französischer Präsident
- WHO
Publiziert am 08.08.2012