Regisseur Kurt Maetzig mit 101 Jahren verstorben

Filmregisseur Kurt Maetzig ist tot. Er starb heute im Alter von 101 Jahren in seinem Haus in Wildkuhl im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, wie seine Witwe der Nachrichtenagentur dpa in Berlin sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung“.

Maetzig galt als Paraderegisseur der DDR, bis auch er von der Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) abgestraft wurde. Sein Liebesdrama „Das Kaninchen bin ich“ wurde 1965 auf dem berüchtigten 11. ZK-Plenum zusammen mit fast einem ganzen Jahrgang von DEFA-Filmen verboten. Maetzig und andere Regisseure wie Frank Beyer wurden als „konterrevolutionär“ und „staatsfeindlich“ beschimpft.

Nach der Wende stellte sich Maetzig den Debatten zur DDR-Filmkunst. Ihm gehe es nicht darum, „Vergangenheit nachträglich zu retuschieren“, wie er damals sagte. „Die Dinge sind, wie sie gewesen sind. Dazu stehe ich.“

Maetzig versuchte sich in zahlreichen Genres. Er drehte die Komödie „Vergesst mir meine Traudel nicht“ (1957) und die erste DEFA-Science-Fiction-Produktion „Der schweigende Stern“ (1960). Mit der Verantwortung des Wissenschaftlers bei der genetischen Forschung setzte er sich bereits Anfang der 70er Jahre in „Januskopf“ auseinander.

Publiziert am 08.08.2012