Rettungsgasse: Ministerium, ASFINAG weisen Kritik zurück

Das Verkehrsministerium, die ASFINAG und die Vertreter der größten Rettungsorganisationen haben gestern die Rettungsgasse auf Autobahnen verteidigt. Kritik, von der zuletzt der „Kurier“ berichtet hatte, wurde auch gegenüber ORF.at zurückgewiesen. Die Rettungsgasse sei vielmehr „alternativlos“.

Auch Vorwürfe, die Rettungsgasse sei gegen ausdrückliche Warnungen der wichtigsten Verkehrsexperten durchgezogen worden, wurden von Ministerium und dem staatlichen Autobahnbetreiber ASFINAG klar zurückgewiesen. Der „Kurier“ zitiert in der Donnerstag-Ausgabe den langjährigen ÖAMTC-Experten Willy Matzke, wonach die Rettungsgasse eine „politisch ausgemachte Sache“ gewesen sei und es Druck gegeben habe, da bereits eine Werbekampagne fixiert gewesen sei.

Ministerium: Kampagne nicht vorher beschlossen

Dem hielt ein Sprecher des Ministeriums auf ORF.at-Anfrage entgegen, dass der Ministerrat die Rettungsgasse beschloss und zugleich die ASFINAG mit der Durchführung einer Werbekampagne beauftragt habe. Außerdem sei die Rettungsgasse von allen Parlamentsparteien gemeinsam beschlossen worden.

Der abschließende Bericht der technischen Arbeitsgruppe - exakt „Teilprojektgruppe Betrieb und bauliche Maßnahmen“ - im Vorfeld sei positiv gewesen.

ASFINAG widerspricht „Kurier“

In einer Aussendung stellte Bernhard Lautner vom ASFINAG-Verkehrsmanagement zudem klar, dass er und nicht - wie vom „Kurier“ behauptet - Matzke Leiter der technischen Arbeitsgruppe gewesen sei. Hinter dem einvernehmlichen Bericht seien „alle Mitglieder der Arbeitsgruppe“ gestanden, so Lautner weiter.

„Inhaltlich unsinnig“

Das Ministerium nannte zudem die Vorwürfe Matzkes, zahlreiche Autobahnen seien zu schmal für die Rettungsgasse, „inhaltlich unsinnig“. Denn ob die Einsatzfahrzeuge auf dem Pannenstreifen oder in der Gasse fahren, sei egal - das ändere nichts am Platzbedarf. Das gesamte Autobahnnetz sei geprüft worden, und es gebe keine Stelle, die nicht geeignet wäre.

Lediglich bei 21 von insgesamt mehr als 2.000 Kilometern könnte es eng werden, wenn Einsatzkräfte mit schweren Lkws durchfahren müssten. Doch selbst dort habe die Prüfung ergeben, dass die Durchfahrt möglich sei, hieß es vonseiten des Ministeriums.

Zuvor hatten bereits Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) die Rettungsgasse verteidigt. Sie wiesen zudem unisono darauf hin, dass die Umgewöhnung der Verkehrsteilnehmer längere Zeit erfordere. Das habe man auch von Anfang an gewusst. Die entsprechende Evaluierungsphase laufe daher noch.

Publiziert am 09.08.2012