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Finanzkrise verdaut

Die Bank of America setzt ihren Erholungskurs fort: Die zweitgrößte US-Bank schüttelte ihre Altlasten aus der Finanzkrise ab und kam im zweiten Quartal auf einen Gewinn von 2,5 Mrd. Dollar (2,04 Mrd. Euro). Nach dem größten Quartalsverlust ihrer Geschichte von 8,8 Mrd. Dollar vor einem Jahr gab der einstige Branchenprimus Mitte Juli dank Kosteneinsparungen und geringerer Rückstellungen für faule Kredite mehr als ein Hoffnungszeichen ab.

Das Geldhaus profitierte von der anziehenden US-Konjunktur. Laut Bank-of-America-Chef Brian Moynihan legte die Kreditvergabe an Unternehmen das sechste Quartal in Folge zu. Die Bank of America ist die Nummer zwei hinter JPMorgan. Mit etlichen Beteiligungsverkäufen - unter anderem der Anteile an der China Construction Bank - und Sparprogrammen musste das Institut schrumpfen, um die hohen Verluste im Hypothekengeschäft zu verkraften.

Übernahme in Finanzkrise

Das Haus hatte mit am stärksten auf den US-Häusermarkt gewettet und noch 2008 den Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen, als die Finanzkrise schon längst im Gange war. In der jüngsten Quartalsbilanz fiel nun positiv auf, dass die Bank wegen der besseren Aussichten die Rückstellungen für Kreditverluste mit 1,77 Mrd. Dollar auf das niedrigste Niveau seit Anfang 2007 senken konnte.

Im vergangenen Jahr hatte die Bank of America ihr Kostensparprogramm „New Bac“ ausgerufen. Die erste Phase des Projekts sah jährliche Einsparungen von fünf Mrd. Dollar vor und den Abbau von 30.000 Stellen. Nun kündigte Moynihan die zweite Phase an - mit angestrebten Kostenreduzierungen von drei Mrd. Dollar jährlich bis Mitte 2015. Im zweiten Quartal gingen die Ausgaben bereits auf 17 Mrd. Dollar zurück, von 19,1 Mrd. Dollar im Vorquartal und 22,9 Mrd. im Vorjahresquartal.

Einnahmen unter Erwartungen

Bei den Einnahmen spürte die Bank wie auch ihre Konkurrenz, dass es mit der US-Wirtschaft nur langsam aufwärtsgeht. Die weiterhin schwache Nachfrage, neue Regulierungen und die dauerhaft rekordniedrigen Zinsen drücken auf die Gebühren der Finanzinstitute und damit auf die Einnahmen. Bei der Bank of America lagen sie bei 21,97 Mrd. Dollar und damit unter den Erwartungen von Analysten.

Im LIBOR-Skandal steht die Bank of America im Gegensatz zu Barclays und Citigroup weniger stark im Fokus. Unberührt ist das Institut trotzdem nicht. Wie Reuters im vergangenen Jahr von einem Insider erfahren hatte, ist das Geldhaus von den Ermittlungen in der Affäre um Zinsmanipulationen betroffen. Wegen LIBOR wurde die Bank vom Brokerhaus Charles Schwab geklagt.

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Publiziert am 10.08.2012