Fellner klagt Ex-Weggefährten wegen Wechsels zu „Heute“
„Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner hat offenbar seinen langjährigen Wegbegleiter Christian Nusser geklagt, weil dieser mit 1. August die Chefredaktion der Gratiszeitung „Heute“ übernommen hat. Fellner beruft sich laut einem Bericht des „Standard“ auf ein Konkurrenzverbot in Nussers Arbeitsvertrag, das von Juristen aber als rechtlich unwirksam gesehen wird.
Der „Österreich“-Chef bestehe demnach auf einem Jahr Kündigungsfrist, Nusser verweist auf Angestelltengesetz und Kollektivvertrag, die maximal ein halbes Jahr vorsehen. Nusser, jahrelang Mitglied der „Österreich“-Chefredaktion, hatte die Fellner-Zeitung Anfang des Jahres verlassen, mit August heuerte er beim Konkurrenzblatt „Heute“ an.
Kritik von Journalistengewerkschaft
Gegen Nussers Wechsel zur Konkurrenz ist Fellner mit einer einstweiligen Verfügung und Klage vorgegangen. Die mögliche Strafe liege inzwischen bei rund 230.000 Euro, berichtet Nusser im „Standard“. Darüber hinaus habe Fellner auch wegen unlauteren Wettbewerbs geklagt, weil Nusser angeblich versuche, Mitarbeiter von „Österreich“ abzuwerben.
Kritik an dieser Vorgangsweise übt Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer. „Jede dieser Konkurrenzklauseln für Journalisten läuft auf eine Einschränkung der Meinungsfreiheit hinaus, die mit der Verfassung nicht vereinbar ist“, so Bauer im „Standard“.
Publiziert am 16.08.2012