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Soziale Spannungen in Außenbezirken

Nach den schweren Jugendkrawallen in der nordfranzösischen Stadt Amiens sind am Freitag zwei Randalierer zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt worden. In der Nacht zum Dienstag waren bei den Ausschreitungen 16 Polizisten verletzt worden. Rund 100 Jugendliche hatten nach einer Polizeikontrolle Schäden in Höhe von rund einer Million Euro verursacht.

Die Strafkammer in Amiens habe nun zwei Beschuldigte wegen Brandstiftung zu acht und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Monate teils ohne Bewährung gefordert. Insgesamt gab es fünf Festnahmen in der Nacht zum Donnerstag.

Die beiden Männer waren in der Nacht zu Donnerstag festgenommen worden, als sie versuchten, eine Mülltonne in Brand zu setzen. Der ältere der beiden hatte eingeräumt, in der Nacht der schweren Ausschreitungen Anfang der Woche eine Mülltonne angezündet zu haben. Der Jüngere gab an, für den Älteren Wache gestanden zu haben.

„Anführer“ noch auf freiem Fuß

Bei den anderen drei mutmaßlichen Randalierern handelt es sich demnach um einen 27-Jährigen, der selbst bei einem Polizeirevier vorstellig und dort wiedererkannt wurde. Boussuge hob hervor, dass die „Anführer“ der Krawalle erst nach gründlicher Ermittlungsarbeit festgenommen werden könnten.

Ausgebranntes AutowrackAPA/EPA/MAXPPP/LE COURRIER PICARD/Guillaume ClementAmiens am Dienstag: Erneut gingen zahlreiche Autos in Flammen auf

16 Polizisten verletzt

Bei den schweren Ausschreitungen waren 16 Polizisten durch Kugeln, Feuerwerkskörper und Wurfgeschoße verletzt worden. Mit Tränengas und Gummigeschoßen gingen die Beamten gegen die Jugendlichen vor. Festnahmen gab es dabei zunächst keine. Die Polizei wurde danach massiv verstärkt. In der Nacht zum Mittwoch und zum Donnerstag blieb es ruhig.

Die neue sozialistische Regierung in Frankreich will ab September in 15 „vorrangigen Sicherheitszonen“ zusätzliche Vorkehrungen treffen. Zu diesen Gebieten zählt auch das Problemviertel im Norden von Amiens, in dem es regelmäßig zu Zwischenfällen kommt.

Jährlich 500 Polizisten mehr

Innenminister Manuel Valls kündigte nun an, dass ab 2013 jährlich 500 zusätzliche Stellen bei der Polizei und bei der Gendarmerie geschaffen würden. In den „vorrangigen Sicherheitszonen“ würden keine Anfänger eingesetzt. Die neuen Stellen seien für „abgehärtete Männer und Frauen, die das Umfeld kennen“, hob er im südfranzösischen Aix-en-Provence hervor, wo er zwei bei einem Einsatz verletzte Beamte besuchte.

Die Sicherheit sei eine Priorität der neuen Regierung im Haushaltsentwurf 2013, sagte Valls weiter. Er kritisierte, dass in den fünf Jahren zuvor unter dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy 12.000 Polizeistellen gestrichen worden seien.

Wegen der Sparzwänge in Frankreich sollen die zusätzlichen Stellen durch Umschichtungen im Budget finanziert werden. Während Polizei, Justiz und das Bildungswesen zusätzliches Personal erhalten sollen, müssen andere Ressorts wie Verteidigung und Finanzen auf Mitarbeiter verzichten.

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Publiziert am 19.08.2012