Anschläge im Irak: Zahl der Todesopfer steigt auf über 70

Im Irak explodiert erneut die Gewalt: Mehr als 70 Menschen starben nach Angaben von Polizei und Rettungskräften gestern bei Anschlägen in mehreren Städten. Der schlimmste ereignete sich am Abend in Bagdad, als eine Autobombe vor einem Cafe im Safranija-Viertel mindestens 27 Menschen in den Tod riss.

Zu dem Zeitpunkt strömten die Menschen auf die Straßen, um ihr tägliches Fasten im Zuge des islamischen Fastenmonats Ramadan zu unterbrechen, der nächste Woche zu Ende geht. Es war bereits erwartet worden, dass Aufständische im Vorfeld dieses Termins eine koordinierte Welle von Attacken planen.

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Anschläge in zahlreichen Städten

Zuvor hatte ebenfalls eine Autobombe in dem vor allem von Schiiten bewohnten Bagdader Bezirk Husseinija sechs Zivilisten getötet und 28 verletzt. Im Norden der Hauptstadt feuerten Angreifer aus Autos heraus auf einen Kontrollposten und töteten offiziellen Angaben zufolge sechs Sicherheitskräfte. Im Bagdader Stadtteil Sadr-Stadt kamen bei der Explosion einer Autobombe nahe einem Eisgeschäft mindestens elf Menschen ums Leben.

In der Stadt Kirkuk explodierten allein vier Autobomben. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 18 verletzt. In der Nacht waren bei Angriffen auf Polizeiposten in den Städten Bakuba und Falludscha sechs Polizisten ums Leben gekommen. Auch in weiteren Städten gab es Anschläge.

Gewalt steigt seit US-Abzug

Zu den Attacken bekannte sich zunächst niemand. Seit dem Abzug der US-Kampftruppen im Dezember haben Aufständische mindestens einen Großangriff pro Monat gestartet. Für die meisten werden radikale Sunniten wie Al-Kaida verantwortlich gemacht, die durch Anschläge auf Schiiten den Konflikt zwischen den Religionsgruppen anfachen wollen. Das Land stand auf dem Höhepunkt der Gewalt 2006 und 2007 kurz vor einem Bürgerkrieg.

Publiziert am 17.08.2012