Syrien: UNO-Mission wird nicht verlängert

Die UNO legt ihre Friedensbemühungen in Syrien offenbar erstmals auf Eis. Die Beobachtermission wird nicht verlängert. Sie laufe am Sonntag einfach aus, so der französische UNO-Botschafter gestern nach Beratungen des UNO-Sicherheitsrates.

Die wichtigsten Punkte zu einer Verlängerung seien nicht erfüllt worden. Weder habe es weniger Gewalt im Bürgerkrieg gegeben, noch sei der Einsatz schwerer Waffen gestoppt worden. Zu Monatsbeginn hatte der mit der Friedensmission betraute ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan das Handtuch geworfen. Sein Nachfolger soll laut Agentur Interfax der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi werden.

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Kämpfe nahe Militärflughafen von Damaskus

Regierungstruppen und Rebellen setzten ihre Kämpfe laut Aktivisten heute mit unverminderter Härte fort. In der Nähe des wichtigsten Militärflughafens von Damaskus habe es Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen gegeben, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH). In der Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden des Landes beschoss die Armee demnach erneut mehrere von den Rebellen gehaltene Stadtviertel.

Gestern starben laut der Beobachtungsstelle mindestens 180 Menschen durch die anhaltenden Kämpfe, darunter 112 Zivilisten, 19 Rebellen und 49 Soldaten. Für heute haben die Aufständischen zu Demonstrationen aufgerufen, um der von Deserteuren gebildeten Freien Syrische Armee im Kampf gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad den Rücken zu stärken.

Der innerislamische Konflikt

Im Syrien-Konflikt spielen innerislamische Bruchlinien zunehmend eine Rolle. Bei außenstehenden Beobachtern hinterlässt das Kräftemessen, in dessen Zentrum die Syrien-Frage steht, mehr und mehr den Eindruck eines Konfliktes zwischen den beiden großen Strömungen des Islam, den Sunniten und den Schiiten.

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Publiziert am 17.08.2012